Gemeinsame Alarmübung der Ortsfeuerwehr Niedermark und des Rettungsdienstes der Hagener Malteser

NIEDERMARK - 30.05.2006

Am Dienstagabend, dem 30.05.2006 gegen 19.28 Uhr ereignete sich im Hagener Ortsteil Niedermark, an der Holperdorperstraße nahe der Landesgrenze zu Nordrhein-Westfalen ein schwerer Verkehrsunfall, zwischen einem Rollerfahrer und einem PKW, bei dem beide Fahrzeugführer schwer verletzt wurden.
Ein Rollerfahrer, der von der Hofzufahrt der Pferdeklinik auf die Kreistraße einbiegen wollte, übersah den in Fahrtrichtung Holperdorp/Lienen fahrenden PKW, der daraufhin beim Ausweichen ins Schleudern geriet, mit dem Motorroller kollidierte und anschleißend mit voller Wucht gegen eine Sichtschutzmauer der Hofzufahrt prallte. Hierbei wurde der PKW- Fahrer schwer in seinem Fahrzeug eingeklemmt.

So sah es das Drehbuch zur Alarmübung der Ortsfeuerwehr Niedermark und den Hagener Maltesern vor, die um ca. 19.35 Uhr von der Feuerwehr Rettungsleitstelle mit der Durchsage "schwerer Verkehrsunfall eingeklemmte Person Holperdorperstraße in Höhe Sudenhof / Pferdeklinik" alarmiert wurden. Ausgearbeitet hatten diese Übung die Gruppenführer der FF Niedermark, Werner Dierker und Guido Patzelt, zusammen mit Ortsbrandmeister Horst Igelbrink.

Als die ersten Fahrzeuge der Hilfeleistenden an der Einsatzstelle eintrafen, bot sich den Einsatzkräften ein realistisches Szenario. Der Rollerfahrer lag ansprechbar und stark blutend am straßenrand. Der PKW war vorne und im vorderen Dachbereich sehr stark eingedrückt und der Fahrer saß bewusstlos mit schweren Verletzungen in seinem Fahrzeug. Der Übungsschwerpunkt sah zunächst die Erstversorgung der Verletzten vor. Weitere Schwerpunkte waren das Absichern der Einsatzstelle an der Kreisstraße, das Sicherstellen des 3-fachen Brandschutzes, sowie dass patientenschonende Retten der verletzten Person aus dem PKW. Hier kamen sämtliche Hydraulikgeräte der FF Niedermark auch zum Einsatz. Der PKW musste von den Wehrmännern nahezu weitestgehend zerlegt werden, um den verletzten Fahrer aus seiner Lage zu befreien. Fast eine 3/4-Stunde dauerte es bis dann die eingeklemmte Person aus dem Fahrzeug gehoben und dem Malteser Rettungsdienst übergeben werden konnte. Auch der Feuerwehr-Notfallseelsorger Roman Ott wurde noch hinzu alarmiert.

Ortsbrandmeister Horst Igelbrink und dessen Stellvertreter und Einsatzleiter der Übung Frank Pohlmann, waren sehr zufrieden mit dem Verlauf dieser Alarmübung und der guten Zusammenarbeit mit den Maltesern. Hiervon überzeugten sich auch der Bürgermeister Dieter Eickholt, Fachdienstleiter Ordnung Ralf Zumstrull, Feuerschutzausschussvorsitzender Jürgen Leonhard sowie Gemeindebrandmeister Franz-Josef Stromann, Stellvertreter Ulli Konersmann und der Besitzer des Sudenhofes Carsten Berner, die als Übungsbeobachter dabei waren. Im Anschluss an der Übung fand im Feuerwehrhaus der Niedermark dann noch eine Manöverkritik statt. Hier bedankte sich der Ortsbrandmeister bei den Feuerwehrleuten, Rettungskräften und den Verletztendarstellern und meinte, dass alle Aufgaben zur Zufriedenheit gut bewältigt wurden.

"Hier und da gibt es auch wenige Kleinigkeiten die man evtl. bei einem Verkehrsunfall noch anders hätte machen können, die aber bei dieser Übung weniger relevant waren" so der Ortsbrandmeister. Er kündigte an, auf der nächsten Besprechung der Gruppenführer der FF Niedermark nochmals ein Austausch der Erfahrungen von dieser Übung zu machen.

Eine Sache, die für alle Übungsbeobachter doch sehr erschreckend war, sei hier noch anzumerken. Als das Übungsszenario aufgebaut und die Verletztendarsteller auf ihren Plätzen waren (Rollerfahrer lag gestikulierend am Fahrbahnrand), wollte man feststellen wie lange es dauerte, bis ein vorbeifahrender Verkehrsteilnehmer anhält, den Notruf absetzt und evtl. Erste Hilfe leistet. Leider mussten die Beobachter, die sich hinter der Sichtschutzmauer versteckten, feststellen, dass drei vorbeifahrende Autos abbremsten, jedoch nach kurzem Hinschauen der Fahrer, weiter an der Unfallstelle vorbeifuhren, ohne sich um die Verletzten zu kümmern bzw. den Notruf abzusetzen. Erst als nach mittlerweile 2-3 Minuten der vierte vorbeikommende Pkw anhielt, wurden von diesem Fahrer die Rettungskräfte alarmiert.

[Quelle: Kreisfeuerwehr Osnabrück]

 
     
     
 
     
     
 

 

Seite zuletzt geändert am: 14.07.2007, 14:12 von Rüdiger Waltermann
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