Landkreisübung- MANV 2-Zugunglück
HILTER - 22.04.2005
Die Abteilung Brand- und Katastrophenschutz beim Landkreis Osnabrück unter der Leitung von Gottfried Thye hatte am Freitagabend, den 22.04.2005 eine Großübung organisiert, die den eingesetzten Kräften von Feuerwehr und Rettungsdienst viel abverlangte.
Das Übungsdrehbuch sah folgende Lage vor:
Auf der reaktivierten Strecke des "Haller Wilhelm" fährt ein Zug von Dissen/Bad Rothenfelde in Richtung Osnabrück. In Höhe der Osnabrücker Straße im Ortsteil Hankenberge liegen mehrere Gegenstände auf dem Gleis, so dass der Zugführer eine Vollbremsung einleiten muss. Bei der Vollbremsung verletzen sich mehrere Fahrgäste schwer und einige sind in den Waggons eingeklemmt.
Aufgrund dieses Notrufs des Lokführers löst die Feuerwehr-Einsatz- und Rettungsleitstelle im Kreishaus am Schölerberg um 21:00 Uhr Alarm für die Kräfte des Rettungsdienstes mit dem Stichwort "MANV 2" (Massenanfall von 15 bis 24 Verletzten) aus. Darüber hinaus werden zunächst die Ortsfeuerwehren Hilter und Borgloh alarmiert.
Beim Eintreffen an der Einsatzstelle erkennt Hilters Gemeindebrandmeister Ralf Telkämper, dass weitere Einsatzkräfte erforderlich sind. Daraufhin werden fünf der sogenannten "Technische Einheiten Bahn-Regio" aus dem Landkreis Osnabrück sowie die "Schwere Technische Einheit" der Berufsfeuerwehr Osnabrück zur Einsatzstelle beordert.
Nach und nach treffen diese Einheiten an der Einsatzstelle ein und beginnen mit der Rettung der Verletzten. Eine besondere Schwierigkeit liegt darin, dass sich die Unglücksstelle in einer 10 Meter tiefen Schlucht befindet, die nur sehr schwer zugänglich ist.
Die Einsatzkräfte müssen deshalb die notwendigen Geräte auf Rollwagen verladen, um sie auf den Schienen zur Unglücksstelle befördern zu können.
Gegen 23:15 Uhr waren 17 Schwerverletzte und 5 Leichtverletzte gerettet, ein Toter wurde geborgen.
Eine vorläufige Zwischenbilanz zogen Kreisrat Dr. Winfried Wilkens und Kreisbrandmeister Heiner Prell.
Kreisrat Dr. Winfried Wilkens hatte den Eindruck, dass man es mit einem sehr anspruchsvollen Szenario zu tun gehabt habe. Zum einen habe das Gelände die Einsatzkräfte vor hohe Anforderungen gestellt und zum anderen sei die Koordination des Großaufgebots an Rettungskräften eine schwierige Aufgabe.
Er sei zufrieden, vieles habe gut geklappt und man könne aus einen solchen Übung immer noch eine Menge lernen.
Kreisbrandmeister Heiner Prell ergänzte, dass die Einsatzkräfte ihr Bestes gegeben haben. Die in der Kreisfeuerwehr geschaffenen Strukturen und die damit verbundenen Einsatzabläufe hätten sich bewährt. Auch wenn die Großflächigkeit des Landkreises das Anrücken von Einheiten aus weiterer Entfernung erschwere.
Abschließend hoffte er natürlich, dass die Region von solchen Unfällen verschont bleibe.
Quelle: Kreisfeuerwehr Osnabrück
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